Journaling – schreib dich gesund!

Christina Stiglmeier
Christina Stiglmeier
Christina Stiglmeier - Yoga & Mentoring für hochsensible Frauen - Blogbeitrag Journaling

Schreiben. Das tun wir überall.

Jeden Tag. Unmengen an Buchstaben, Wörtern, Sätzen. Meist über eine Tastatur am PC oder Laptop, oder auch über das Display auf unserem Smartphone. Sogar in einem Gespräch mit anderen Menschen müssen wir „nur mal kurz …”. Lies in diesem Blogbeitrag mehr über Journaling.

Wir stehen am Bahnhof und warten auf den Zug. Oder an der Ampel und warten auf grün. Wir sitzen beim Arzt und warten auf unseren Termin. Eventuell auch im Zug und fahren zur Arbeit. Und wir tippen, Floskeln, und verirren uns manchmal vor lauter Buchstaben-Wirrwarr. Wir werden überflutet mit wichtigen und unwichtigen Informationen und überfluten andere damit. Wir teilen Gedanken, Termine, bitten, Anweisungen und Liebeswortschnipsel. Kannst du noch Butter kaufen? Kannst du die Kinder abholen? Was machst du gerade? Ich verspäte mich. Bring bitte noch den Müll runter. Ach und übrigens, ich liebe dich!

Wir teilen uns mit und wir wünschen uns Mitteilungen von anderen. Schnell mal ne WhatsApp geschickt, da ist es uninteressant ob der andere gerade Zeit hat ans Handy zu gehen oder nicht. Kann er ja lesen, wenn er Zeit hat. Und bitte auch beantworten. Am besten schnell und nicht zu ausführlich. Denn wir haben schon fünf neue Nachrichten in unserer Anzeige. Die wollen auch unsere Aufmerksamkeit. Jeden Tag kommentieren wir Beiträge oder Gesprächsverläufe im Internet. Facebook, Instagram, WhatsApp, Xing.

Wusstest du, dass du bereits ein digitales Tagebuch schreibst?

Ich, heute, mit meiner bff auf dem Konzert. #bestmomentever. #ilovemybff. Mom und ich beim Shoppen. Strandurlaub mit der Familie in Barcelona. Sonnenuntergang auf den Malediven. #love.

Wir verbinden uns mit unseren Familien, Freunden, Arbeitskollegen. Doch wann hast du dich das letzte Mal mit dir verbunden?

Seit einiger Zeit schreibe ich meine Gedanken nieder. Ja, so richtig. Mit einem Stift auf einem Papier. In einem Notizbuch. Journaling. Für mich ganz allein. Gedanken, Gefühle, Erlebnisse. Ein schönes Notizbuch. Drei stück musste ich über das letzte Jahr sammeln bis ich den richtigen Moment gefunden habe. Der erste Satz lautete dann „Dies sind die ersten Zeilen, die ich in diesem Buch verewige“. Darauf folgten viele Momente im Licht, und viele Momente im Schatten. Langweilige Momente, spannende Momente. Erlebnisse aus meinem Alltag, wenn ich jemanden getroffen habe oder mich jemand gefunden hat. Das Gespräch mit der netten Unbekannten in der Apotheke, dass ich stolz bin heute mein Fitnesstraining durchgezogen zu haben. Dass ich weniger Schokolade essen möchte und meine Katze sich die ganze Nacht auf meinem Kopfkissen breit gemacht hat. Manchmal steht da auch einfach nur dass ich dankbar bin. Dankbar dafür, dass ich gesund bin und lebe.

Ist es nicht schön, sich Zeit für sich zu nehmen? Sich einmal achtsam damit zu beschäftigen, was dir so auf der Seele brennt?

Your very own soul is your soulmate.

Die Möglichkeit zu Schreiben ist immer da. Es ist eine sehr flexible, kostengünstige, einfache und schnelle Möglichkeit, die wenig Vorbereitung benötigt. Und doch so wirksam und befreiend ist. Dein Stift und dein Buch sind sehr geduldig. sie liegen ganz friedlich da, bis du dich ihnen zuwendest und dir ein paar Minuten Zeit nimmst, den Stift zu nutzen um das Buch mit Leben zu füllen. Deinem Leben. Ob im Büro, zuhause, unterwegs. Zeile für Zeile schaffst du mit Journaling eine neue neuronale Verbindung in deinem Gehirn, die deine Lebensqualität verbessert. Es ist deine persönliche Auszeit.

Wissenschaftlich fundiert

Wissenschaftliche Studien belegen sogar, dass Menschen die regelmäßig ihre Gedanken und Gefühle zu Papier bringen, ein gesünderes und ausgeglicheneres Leben führen. Denn so sorgst du dafür, dass Klarheit entsteht. Du verbesserst dein Gedächtnis und IQ, du stärkst dein Immunsystem, du verringerst Stress, du verbesserst deinen Schlaf. Journaling macht glücklich. Es fördert deine Kreativität und deine Problemlösungs-Kompetenz. Es hilft dir zu mehr Zufriedenheit im Job. Es verbessert deine soziale Intelligenz und fördert deine Kommunikationskompetenz. Und du kannst es schaffen, deine Ziele einfacher zu erreichen.

Reflexion deiner Gedanken

Du wirst anfangen, die Dinge zu reflektieren. Du kannst dir vornehmen, die lange antrainierten negativen Glaubenssätze die dich niederreißen und frustrieren weniger zu benutzen. Ersetze sie durch positive Affirmationen, finde einen neuen Blickwinkel. Deinen neuen Blickwinkel. Je öfter du dies tust, desto weniger Gewicht werden deine alten Glaubenssätze bekommen, und umso leichter wird es dir fallen, deine neuen positiven Gedanken zu festigen.

Durch das Journaling bist du im Jetzt. Du bist achtsam mit dir selbst, und konzentrierst dich auf das was du gerade tust. Du kannst es dir vorstellen wie ein Trampelpfad. Umso öfter du diesen Weg gehst, umso breiter wird er. Es ist ein Prozess. Sei geduldig und gib dir Zeit. Das passiert nicht von heute auf morgen. Doch wenn du dranbleibst, wirst du eine Veränderung spüren.

Christina Stiglmeier Yoga & Mentoring. Coaching für hochsensible Frauen

Eine ganze Menge guter Gründe, mit dem Journaling anzufangen. Nicht wahr?

Dann drücke doch einmal die Stopp-Taste in deinem schnelllebigen Alltag, setze dich einen Moment hin und nimm dir die Zeit, deine Gedanken niederzuschreiben. Du wirst merken, dass dir dies hilft, loszulassen. Du befreist deinen Geist von deinen Gedanken indem du sie niederschreibst. Das heißt nicht, dass du sie löschst oder vergisst. Das heißt, dass du für Klarheit sorgst. Du sortierst, konzentrierst dich aufs Wesentliche. Du kannst sie später noch einmal Revue passieren lassen, wenn du das möchtest. Solltest du das Gefühl haben, dass ein leeres Notizbuch ein unüberwindbares Hindernis ist, du nicht weißt wie du anfangen sollst, oder dir nicht vorstellen kannst leere Zeilen mit Leben zu füllen, so schaue dich einmal nach einem Journal um. Vielleicht ist ein Dankbarkeits-Journal etwas für dich. Oder ein Achtsamkeits-Journal. Vielleicht ist es auch ein Journal welches dir hilft deinen Tag zu planen und eine Struktur zu finden.

Du könntest das Schreiben an eine vorhandene Routine anknüpfen. Zum Beispiel nach dem Frühstücken, oder vor dem Schlafengehen. Lege dir alles bereit, was du benötigst. Nimm dir kurze Zeiten zum Schreiben vor, wenige Minuten am Tag oder einmal in der Woche. Wichtig ist, dass du deinen gewählten Rhythmus gut in deinen Tag einbauen kannst, ohne dass es dich überfordert oder stresst. Schaffe eine positive Verknüpfung in deinem Gehirn, nachdem du dein Vorhaben eingehalten hast. Belohne dich! Vielleicht hast du Lust auf ein leckeres Getränk, einen Spaziergang in der Natur oder eine Playlist mit neuen Songs. Sei kreativ! Und wenn es an einem Tag mal nicht klappt, so kannst du entspannt bleiben und am nächsten Tag wieder daran anknüpfen.

Zeit die wir uns nehmen ist Zeit, die uns etwas gibt.

Und so sitze ich und schreibe. Jeden Tag. Meine Freunde fragen mich, was ich da denn so reinschreibe. Das bleibt mein Geheimnis. Es ist ein Brief an mich selbst. Ich finde jeden Tag passiert etwas Aufregendes, was gesehen werden möchte. Was niedergeschrieben werden möchte. Ich beginne meine Aufzeichnungen zu beobachten. Revue passieren zu lassen, ob die Tage wirklich so schlimm waren, wie ich sie empfunden habe. Oder so schön. Meistens waren sie schöner! Ich werde zum Beobachter meiner Gedanken. Ich bin frei, in dem was ich schreibe, denn ich kann meinem Notizbuch alles anvertrauen. Es bleibt unter uns. Nur wir zwei. Das Journal und ich, das Fenster meiner Seele. 

Journaling. Diese Zeit nehme ich mir. Von mir. Für mich. Ich kann dort sein, wie ich bin. Ohne Rücksichtnahme auf Bewertungen von Außen. Frei, wild, chaotisch. Strukturiert, kreativ, ausgelassen. Bunt, ehrlich, treu. Es ist ein Platz in meiner Mitte, mein eigener happy Place. Ich reflektiere dadurch mein Leben, erkenne Muster und Verhaltensweisen, Gedanken-Strukturen und emotionale Reaktionen. Denn das ist der Stoff aus dem ich meine Realität forme. Ich lerne mich besser kennen. Wer ich bin, was ich möchte. Wer ich nicht bin, und was ich nicht möchte.

Mein Kopf wird frei

Und in 30 oder 40 Jahren hole ich das Buch hervor… und dann lese ich die schönste Liebesgeschichte der Welt. Meine eigene! 

Fill your paper with the breathings of your heart.

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